Ein Ankertext, auch Anchor Text, Linktext oder Verweistext genannt, ist der anklickbare Text eines Hyperlinks. Er verbindet einen sichtbaren Text mit einer Zielseite und gibt Nutzern und Suchmaschinen einen Hinweis darauf, was sie auf der verlinkten Seite erwartet.

In einem Text hebt sich der Ankertext in der Regel deutlich vom Textumfeld ab, beispielsweise in dem er blau markiert und unterstrichen dargestellt wird. Dies dient zum Zweck der mühelosen Erkennung, dass es sich um einen Linktext handelt. Mithilfe von HTML oder CSS kann das Erscheinungsbild des Ankertextes jedoch beliebig verändert und an das Webdesign angepasst werden.
Der Ankertext, der auch als Linktext oder Verweistext bezeichnet wird, kann aus beliebig vielen Wörtern, Sätzen oder ganzen Textabschnitten bestehen. Ebenso ist die Markierung von Silben und einzelnen Buchstaben möglich. Wenngleich Letzteres nicht immer sinnvoll ist.
Beispiel
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Thema Online Marketing.
Dabei ist „Online Marketing“ der Ankertext.
Ein Ankertext kann aus einem einzelnen Wort, einer Wortgruppe oder einem ganzen Satz bestehen. Entscheidend ist weniger die Länge als die Frage, ob der Linktext den Inhalt der Zielseite sinnvoll und verständlich beschreibt.
Beispiel für einen Ankertext
In einem Fließtext hebt sich ein Link normalerweise optisch vom übrigen Text ab. Wie genau er dargestellt wird, hängt vom Webdesign und den verwendeten CSS-Regeln ab.
Der technische Aufbau eines Links sieht beispielsweise so aus:
<a href=”https://www.beispiel.de”>Beispielankertext</a>
Der Text zwischen den HTML-Tags <a> und </a> ist der Ankertext.
Ein guter Ankertext sollte möglichst eindeutig erkennen lassen, wohin der Link führt. Formulierungen wie „hier klicken“ sind zwar technisch möglich, liefern Nutzern aber deutlich weniger Informationen über das Linkziel.
Ankertexte und SEO
Ankertexte spielen bei der Verlinkung von Webseiten eine wichtige Rolle. Sie liefern zusätzlichen Kontext über die verlinkte Seite und helfen Suchmaschinen dabei, Beziehungen zwischen Inhalten zu verstehen.
Dabei sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass ein bestimmtes Keyword im Ankertext automatisch zu besseren Rankings führt. Ein Backlink mit einem keywordoptimierten Ankertext ist kein isolierter Rankingfaktor, dessen Wirkung sich unabhängig vom restlichen Link und seinem Umfeld beurteilen lässt.
Vielmehr kommt es auf den Kontext des Links, die thematische Relevanz, die Qualität der verlinkenden Seite und den Zweck der Verlinkung an.
Google empfiehlt, Ankertexte so zu formulieren, dass sie aussagekräftig und prägnant sind und Nutzern eine Vorstellung davon geben, was sie nach dem Klick erwartet.
Vorsicht bei manipulativem Linkaufbau
Problematisch wird es insbesondere dann, wenn Links gezielt aufgebaut werden, um Suchmaschinenrankings zu manipulieren.
Google führt beispielsweise den Kauf oder Verkauf von Links zur Weitergabe von Ranking-Signalen, übermäßigen Linktausch, automatisiert erzeugte Links sowie bestimmte bezahlte oder optimierte Links in Advertorials und Gastbeiträgen als Beispiele für Link-Spam auf.
Deshalb sollte beim Linkbuilding nicht das Ziel sein, ein Backlinkprofil lediglich „natürlich aussehen“ zu lassen. Entscheidend ist vielmehr, dass Links einen nachvollziehbaren redaktionellen oder inhaltlichen Zweck haben und für Nutzer einen Mehrwert bieten.
Ankertext-Kategorien
In der SEO-Praxis werden Ankertexte häufig anhand ihrer sprachlichen und keywordbezogenen Eigenschaften kategorisiert. Diese Kategorien sind vor allem für die Analyse von Backlinkprofilen hilfreich.
Exact-Match-Ankertexte
Ein Exact-Match-Ankertext entspricht exakt dem Keyword bzw. der Suchphrase, auf die eine Zielseite thematisch ausgerichtet ist.
Beispiel:
Eine Seite beschäftigt sich mit dem Thema Online Marketing und wird mit dem Ankertext „Online Marketing“ verlinkt.
Ein Exact-Match-Anker ist nicht grundsätzlich problematisch. Entscheidend ist, wie und warum der Link entstanden ist. Werden zahlreiche Links gezielt mit keywordoptimierten Ankertexten aufgebaut, um Rankings zu beeinflussen, kann dies Teil einer manipulativen Linkbuilding-Strategie sein.
Partial-Match-Ankertext
Bei einem Partial-Match-Ankertext ist das relevante Keyword oder ein Teil davon Bestandteil einer längeren Formulierung.
Beispiel:
Strategien für erfolgreiches Online Marketing
Hier ist „Online Marketing“ Bestandteil des gesamten Ankertexts.
Brand-Ankertext
Ein Brand-Ankertext verwendet einen Markennamen, Unternehmensnamen oder Namen einer Website als Linktext.
Beispiel:
Weitere Informationen finden Sie bei Martin Gonev.
Auch eine Domain oder URL kann als markenbezogener Ankertext verwendet werden.
Money-Ankertext
Money-Ankertext ist ein Begriff aus der SEO-Praxis. Gemeint sind in der Regel stark kommerziell ausgerichtete Keywords, die häufig mit konkreten Produkten, Dienstleistungen oder lukrativen Suchanfragen verbunden sind.
Beispiele:
- „Online Marketing Agentur“
- „SEO Agentur“
- „günstige Flüge nach Indien“
Der Begriff „Money-Ankertext“ ist keine offizielle Kategorie aus der Google-Dokumentation. Er wird vor allem bei der Analyse und Bewertung von Backlinkprofilen verwendet.
Compound-Ankertext
Ein Compound-Ankertext kombiniert beispielsweise einen Markennamen mit einem beschreibenden oder keywordbezogenen Begriff.
Beispiel:
Martin Gonev SEO Beratung
Solche Kombinationen können sinnvoll sein, wenn sie den Inhalt des Links verständlich beschreiben.
Generischer Ankertext
Ein generischer Ankertext enthält keine konkrete Beschreibung des Linkziels.
Typische Beispiele sind:
- „hier klicken“
- „mehr erfahren“
- „weiterlesen“
- „siehe hier“
Solche Formulierungen sind technisch vollkommen zulässig. Wenn es sich anbietet, ist ein aussagekräftigerer Ankertext für Nutzer jedoch meist hilfreicher.
Bilder als Links
Auch Bilder können als Link verwendet werden. In diesem Fall gibt es keinen klassischen sichtbaren Text als Ankertext. Für die Beschreibung des Bildinhalts ist unter anderem das Alt-Attribut sehr relevant.
Werden Bilder als Links eingesetzt, sollte der Link für Nutzer trotzdem verständlich sein und einen klaren Zweck erfüllen.
SEO Best Practices für Ankertexte
Bei der Optimierung von Ankertexten sollte nicht versucht werden, eine bestimmte prozentuale Verteilung von Exact Match, Brand, Partial Match oder generischen Ankertexten zu erreichen.
Es gibt keine von Google vorgegebene ideale Ankertext-Verteilung.
Stattdessen sollte jeder Link im jeweiligen Kontext betrachtet werden.
Ankertext-Länge
Für Ankertexte gibt es keine feste Zeichen- oder Wortgrenze. Ein Linktext sollte jedoch möglichst prägnant und aussagekräftig sein.
Ein guter Ankertext beantwortet idealerweise bereits vor dem Klick die Frage:
Was erwartet mich auf der verlinkten Seite?
Bei der Formulierung können folgende Fragen helfen:
- Beschreibt der Ankertext das Linkziel verständlich?
- Passt der Ankertext zum unmittelbaren Kontext?
- Ist er für den Nutzer hilfreich?
- Würde die Formulierung auch ohne SEO-Hintergedanken sinnvoll erscheinen?
Ein kurzer Ankertext kann beispielsweise „Linkbuilding“ lauten. In einem anderen Zusammenhang ist eine ausführlichere Formulierung wie „Strategien für erfolgreichen Linkaufbau“ erfahrungsgemäß sinnvoller.
Die inhaltliche Relevanz der Zielseite
Ankertext und Zielseite sollten inhaltlich zusammenpassen.
Verlinkt beispielsweise ein Artikel über Suchmaschinenoptimierung auf einen weiterführenden Beitrag zum Thema Linkbuilding, ist der Zusammenhang für den Nutzer unmittelbar nachvollziehbar.
Ein Ankertext wie „Linkbuilding“ ist in diesem Fall aussagekräftiger als ein allgemeines „hier klicken“.
Die thematische Relevanz sollte allerdings nicht mit einer Garantie für einen bestimmten SEO-Effekt gleichgesetzt werden. Ob und wie ein Backlink bei der Bewertung einer Website berücksichtigt wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Mögliche Ankertexte im SEO
Je nach Kontext können beispielsweise folgende Ankertexte sinnvoll sein:
- Keyword oder Suchphrase
- Keyword in einer längeren Formulierung
- Markenname
- Unternehmensname
- URL oder Domainname
- Beschreibung des Zielinhalts
- „mehr erfahren“
- „weiterlesen“
- „zum Artikel“
Welche Variante sinnvoll ist, sollte immer vom jeweiligen Satz und Linkziel abhängen.
Ankertexte bei der internen Verlinkung
Bei internen Links kann der Websitebetreiber den Ankertext selbst festlegen. Deshalb sollte hier besonders darauf geachtet werden, dass der Linktext den Inhalt der Zielseite verständlich beschreibt.
Eine einheitliche Verwendung desselben Exact-Match-Ankertexts ist dabei nicht erforderlich.
Stattdessen können unterschiedliche, aber inhaltlich passende Formulierungen verwendet werden.
Beispiel:
Eine Website bietet einen ausführlichen Beitrag zum Thema Linkbuilding an.
Mögliche interne Ankertexte wären:
- Linkbuilding
- erfolgreicher Linkaufbau
- Strategien für den Backlink-Aufbau
- mehr über Linkbuilding erfahren
Alle diese Varianten können sinnvoll sein, sofern sie im jeweiligen Kontext tatsächlich zum Zielinhalt passen.
Gerade bei umfangreichen Websites ist eine gute interne Verlinkung dabei hilfreich, Nutzern relevante weiterführende Inhalte anzubieten und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Themenbereichen deutlich zu machen.
Ankertexte beim Backlinkaufbau
Bei externen Backlinks sollte nicht versucht werden, eine künstlich festgelegte Ankertextverteilung zu erzeugen.
Wenn andere Websites freiwillig auf einen Inhalt verlinken, entscheidet der jeweilige Websitebetreiber selbst über den Linktext. Dadurch entstehen ganz automatisch unterschiedliche Formulierungen.
Bei aktivem Linkbuilding sollte deshalb vor allem die Qualität und Relevanz der Linkquelle sowie der tatsächliche Nutzen des Links im Vordergrund stehen.
Wenn du beispielsweise einen hochwertigen Fachartikel veröffentlichst und diesen gezielt bei relevanten Websites, Fachportalen oder Journalisten bekannt machst, schaffst du eine deutlich bessere Grundlage für wertvolle Erwähnungen und Verlinkungen als mit einem rein schematischen Aufbau einer bestimmten Anzahl von Keyword-Links.
Mehr dazu:
Auch die Qualität einzelner Backlinks und deren Eigenschaften sollten bei einer Backlinkanalyse berücksichtigt werden:
Backlink-Qualität prüfen und Backlinks analysieren
Fazit: Was macht einen guten Ankertext aus?
Ein guter Ankertext beschreibt möglichst präzise und verständlich, was Nutzer hinter einem Link erwartet.
Für SEO gibt es dabei keine vorgeschriebene Ankertextverteilung und keinen festen Anteil an Exact-Match-, Brand- oder generischen Ankertexten.
Wichtiger sind:
- eine sinnvolle Verbindung zwischen Ankertext und Zielseite,
- ein nachvollziehbarer Kontext,
- ein echter Nutzen für den Nutzer,
- relevante und qualitativ hochwertige Linkquellen,
- und ein Linkaufbau, der nicht primär der Manipulation von Rankings dient.
Bei der internen Verlinkung sollte der Ankertext den Zielinhalt möglichst eindeutig beschreiben. Bei externen Backlinks sollte dagegen nicht versucht werden, ein vermeintlich perfektes Ankertextprofil künstlich zu konstruieren.
Kurz gesagt: Der beste Ankertext ist in erster Linie derjenige, der Nutzern verständlich macht, was sie nach dem Klick erwartet.
Weiterführende Infos zu Ankertexten und Backlinkeigenschaften.

