Was ist ein Branchenbuch?

In den Tagen vor dem Internet waren Branchenbücher spezialisierte Telefonbücher. Während Suchende damals zum „Örtlichen“ griffen, um die Nummer einer namentlich bekannten Person zu finden, nutzten sie Branchenbücher, wenn sie beispielsweise einen Facharzt brauchten, aber noch keine bestimmte Praxis im Sinn hatten. Deshalb konzentrierten sich diese Branchenbücher häufig auf bestimmte Regionen.
Das wohl bekannteste Branchenbuch in Europa noch heute: die Gelbenseiten oder ihr internationales Pendant, die Yellow Pages.
Das klassische Telefonbuch aus Papier mag langsam aus der Mode gekommen sein. Doch die Branchenbücher haben ihren Platz im Internet gefunden. Da die Konzentration auf Regionen im Internet nur einen bedingten Nutzwert für die regionale Suche hat, sind sie jetzt häufig überregional ausgerichtet. Vor allem jedoch haben sie sich in Spezialsuchmaschinen verwandelt, die das Angebot der Breitensuchmaschinen wie Google oder Bing ergänzen, indem sie sich nur auf ein bestimmtes Fachgebiet konzentrieren.
Branchenbücher und Suchmaschinenoptimierung
Online-Einträge in Branchenbüchern hatten fast von Anfang an eine wichtige Bedeutung für die lokale Suchmaschinenoptimierung. Insbesondere im Vergleich zu Webverzeichnissen – die ähnlich aufgebaut waren, letztendlich jedoch häufig nur dem Linkaufbau dienten – können gute Branchenbücher zusätzliche Informationen über die Existenz, die Kontakt- und Branchendaten von Unternehmen bereitstellen.
Für die lokale Suche sind solche Einträge vor allem dann interessant, wenn sie aktuelle und einheitliche Unternehmensdaten enthalten und für die jeweilige Branche oder Region tatsächlich relevant sind. Ein Eintrag in einem Branchenbuch sollte deshalb nicht allein deshalb angelegt werden, um einen weiteren Backlink zu erhalten.
Das wurde mit dem Launch der Google Maps und dem Hinzukommen von Google Ads noch wichtiger, denn jetzt machte die Suchmaschine mit interessierten Unternehmen Geschäfte. Google war von nun an ganz besonders daran gelegen, ein möglichst komplettes und aktuelles Verzeichnis aller Unternehmen aufzubauen.
Google kann Unternehmensinformationen aus unterschiedlichen Quellen und Verzeichnissen erhalten. Branchenbücher können dabei eine zusätzliche Quelle für Unternehmensdaten sein. Das hat schon für Verwirrung unter so manchen Unternehmern gesorgt, die sich nicht erklären konnten, warum Google darauf bestand, das Unternehmen betreibe am alten Standort immer noch eine Außenstelle.
Branchenbücher im Auge behalten
Für SEOs oder Websitebetreiber, die an der Sichtbarkeit ihres Webauftritts arbeiten, ist es daher nicht damit getan, die Kontrolle über den eigenen Google Unternehmensprofil-Eintrag zu ergreifen. Sie sollten ebenso die für sie relevanten Branchenbücher (vor allem branchenspezifische) im Auge behalten und veraltete Einträge gegebenenfalls aktualisieren.
Dabei sollte vor Allem die Qualität der Verzeichnisse berücksichtigt werden. Nicht jedes beliebige Branchenbuch ist heute noch eine sinnvolle Quelle für einen Unternehmenseintrag. Insbesondere Verzeichnisse, die kaum eigene Inhalte oder Nutzwert bieten und hauptsächlich zum Aufbau von Links verwendet werden, sind kritisch zu betrachten. Google nennt Links aus Verzeichnissen oder Lesezeichen von geringer Qualität ausdrücklich als mögliches Beispiel für Link-Spam, wenn sie zur Manipulation von Rankings eingesetzt werden.
Einheitliche Local Citations und Erwähnungen
Von Vielen wird im Zusammenhang mit Brancheneinträgen die Bedeutung vereinheitlichter Local Citations unterschätzt. Local Citations sind die Kontaktinformationen des Unternehmens, also beispielsweise die Telefonnummer, die Straße, die Firmenbezeichnung. Suchmaschinen können erst dann zuverlässig erkennen, dass zwei Einträge sich um dasselbe Unternehmen drehen, wenn diese Daten möglichst eindeutig und konsistent sind.
Wird einmal der Telefonnummer die Ländervorwahl vorangestellt und beim nächsten Mal nicht, werden einmal zur Lesbarkeit Leerzeichen in die Nummer eingefügt, fehlt beim Unternehmensnamen manchmal die „Co KG“ oder die „GbR“, können beim maschinellen Abgleichen Probleme entstehen. Local Citations sollten deshalb immer einheitlich festgelegt und gemäß diesem Standard in Branchenbüchern und Verzeichnissen eingegeben werden.
Nicht jede kleine Abweichung bei der Schreibweise sollte überbewertet werden. Entscheidend ist vor allem, dass die wichtigsten Unternehmensdaten wie Name, Adresse, Telefonnummer und gegebenenfalls Website eindeutig und möglichst konsistent angegeben werden.
Video zum Thema Branchenbuch Abzocke
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