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Social Bookmarks

Was sind Social Bookmarks?

Wer einmal eine gute Webseite entdeckt hat, möchte diese auch zukünftig wieder finden können. Weil man sich aber nicht alle Adressen merken kann, wurden bereits früh in der Entwicklung des Internets sogenannte Lesezeichen etabliert. Diese konnten im Browser gespeichert und dort jederzeit abgerufen werden. Der Nachteil: Dies funktionierte immer nur an einem Rechner. Eine Lösung bieten Social Bookmarks. Bei speziellen Diensten gibt es die Möglichkeit, seine Lesezeichen online zu speichern und von überall darauf zuzugreifen. Außerdem kann festgelegt werden, ob die Links öffentlich sichtbar sein sollen oder nur von einem persönlich eingesehen werden können.

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Social Bookmarks und Trending Topics

Gleichzeitig haben viele Plattformen auch eine Bewertungsfunktion für die eingestellten Links eingeführt. Um interessante Inhalte zu finden, können die einzelnen Lesezeichen zudem auch mit Schlagworten versehen werden. Anders als bei Google werden die Links also nicht ausschließlich durch einen automatisierten Crawler erfasst und durch einen Algorithmus sortiert, sondern die Nutzer können die Inhalte selbst bewerten, kategorisieren und weiterempfehlen. Lesezeichen, die besonders viele gute Bewertungen erhalten, werden dann oftmals besonders gefeatured, etwa als Trending Topics.

Inzwischen werden Inhalte aber zumeist eher über soziale Netzwerke, Messenger und andere Plattformen geteilt, bewertet und kommentiert. Die Bedeutung klassischer Social-Bookmarking-Dienste ist daher deutlich zurückgegangen. Ein bekanntestes Beispiel ist StumbleUpon, das vor Jahren endgültig eingestellt wurde. Der Dienst hatte in seiner Geschichte rund 40 Millionen Nutzer und wurde anschließend durch den Nachfolgedienst Mix ersetzt.

Social Bookmarks versus personalisierter Browser

Hinzu kommt eine weitere Entwicklung: Viele Browser, etwa Google Chrome, lassen es inzwischen zu, dass Nutzer ein eigenes Profil anlegen und dieses auch auf anderen Rechnern nutzen können. Durch einfaches Einloggen erhält man dann auch Zugriff auf seine persönlichen Lesezeichen. Die grundsätzliche Problematik, aufgrund der sich die Social Bookmarks überhaupt erst etabliert haben, existiert so also in weiten Teilen nicht mehr.

Stattdessen wurde ihre ursprüngliche Rolle zum einen von den Browsern und zum anderen von sozialen Netzwerken und anderen Plattformen zur Entdeckung und Weitergabe von Inhalten übernommen. Es gibt aber weiterhin Dienste, bei denen Inhalte gespeichert, organisiert und mit anderen Nutzern geteilt werden können. Social Bookmarks sind damit nicht vollständig verschwunden, haben aber längst nicht mehr die Bedeutung wie in den frühen Jahren des Internets.

Social Bookmarks bei der Suchmaschinenoptimierung und Backlink-Aufbau

Google sortierte seine Suchergebnisse lange Zeit stark mithilfe des sogenannten PageRanks. Dieser basiert auf dem Grundgedanken, dass Links als Signale für die Bedeutung und Relevanz von Webseiten dienen. Auch heute ist PageRank weiterhin Bestandteil der Google-Ranking-Systeme, allerdings ist das Verfahren inzwischen wesentlich komplexer.

Umgekehrt bedeutete dies früher: Durch Social Bookmarks ließen sich recht einfach Backlinks aufbauen, die wiederum zu einer höheren Platzierung bei Google führen konnten und so für neue Leser sorgten. Es etablierten sich sogar Dienste, mit deren Hilfe die Links auf den Plattformen automatisiert gesetzt werden konnten.

Genau hier liegt allerdings das Problem: Google führt Links von minderwertigen Bookmark-Seiten ausdrücklich als mögliches Beispiel für Link-Spam auf. Auch automatisierte Programme oder Dienste, die Links hauptsächlich zum Zweck der Rankingmanipulation erzeugen, fallen unter die Spam-Richtlinien.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Social Bookmark automatisch wertlos oder problematisch ist. Ein sinnvoll gesetzter Link auf einer thematisch passenden und tatsächlich genutzten Plattform kann beispielsweise direkten Traffic bringen. Für den gezielten Aufbau von Ranking-Signalen sind minderwertige oder automatisiert erzeugte Social-Bookmark-Links dagegen keine sinnvolle Strategie.

Social Bookmark ist nicht gleich Social Signal

Bei Social Bookmarks wird außerdem häufig etwas miteinander verwechselt: Ein öffentlich gespeicherter Link auf einer Bookmark-Plattform ist nicht automatisch dasselbe wie ein Social Signal aus einem sozialen Netzwerk. Ein Bookmark ist zunächst ein konkreter Verweis auf eine Webseite. Ein Like, Share, Kommentar oder eine Erwähnung auf einer Social-Media-Plattform ist dagegen eine andere Form der Interaktion.

Auch aus SEO-Sicht sollte man diese Dinge nicht gleichsetzen. Google bestätigt nicht, dass Likes oder Shares aus sozialen Netzwerken einen direkten Rankingfaktor darstellen. Ebenso sollte man einen Social Bookmark nicht allein deshalb als wertvolles SEO-Signal betrachten, weil er öffentlich sichtbar ist. Wichtiger sind vielmehr der konkrete Kontext, die Qualität der Plattform und der tatsächliche Nutzen des Links.

Penguin Update

Mit dem Penguin Update von Google wurden insbesondere manipulative Linkmuster stärker bekämpft. Seit 2016 läuft Penguin nicht mehr als separates, periodisches Update, sondern ist Bestandteil der laufenden Google-Systeme. Für die Praxis bedeutet das: Nicht Social Bookmarks als solche sind verboten oder automatisch schädlich. Problematisch wird vielmehr die massenhafte oder automatisierte Nutzung minderwertiger Bookmark-Seiten mit dem Ziel, Suchrankings zu manipulieren.

Social Bookmarks sollten deshalb nicht nach dem Prinzip „möglichst viele Links setzen“ genutzt werden. Wenn eine Plattform tatsächlich zur eigenen Zielgruppe passt und der dort gesetzte Link einen nachvollziehbaren Nutzen für Nutzer hat, kann sie weiterhin interessant sein. Der direkte Traffic und die Sichtbarkeit auf der jeweiligen Plattform stehen dabei deutlich stärker im Vordergrund als der reine Backlink.

Social Bookmarks und generative KI-Suche

Für KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Claude oder Gemini lässt sich nicht seriös sagen, dass Social-Bookmark-Links grundsätzlich keine Rolle spielen. Generative Suchsysteme greifen auf unterschiedliche Webinhalte und Signale zurück und ihre konkreten Auswahl- und Bewertungsprozesse sind nicht vollständig öffentlich dokumentiert.

Für die Praxis gilt daher auch hier: Wer Social Bookmarks ausschließlich mit dem Ziel setzt, einen direkten SEO- oder KI-Ranking-Effekt zu erzeugen, verfolgt einen wenig belastbaren Ansatz. Interessanter sind Plattformen, auf denen tatsächlich Menschen aus der eigenen Zielgruppe erreicht werden. Ein Bookmark kann dadurch auch unabhängig vom Suchmaschinenranking einen Nutzen haben, etwa durch zusätzliche Besucher oder die Verbreitung eines besonders interessanten Inhalts.

Video: Getting Traffic to Your Website – SEO With Manual Social Bookmarking

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Social Bookmarks: Bildquelle – Pixabay: geralt