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Cross Linking

Was ist Cross-Linking?

Unter Cross-Linking versteht man das gegenseitige Setzen von Backlinks zweier Partner im Web. Abgesehen vom informationellen Mehrwert der jeweiligen Webseite, der durch Cross-Linking geschaffen wird, kann dieses Verfahren, vorausgesetzt es wird in einem sinnvollen und natürlichen Maße betrieben, eine interessante Maßnahme im Rahmen des Linkaufbaus sein.

Viele Weblogs haben beispielsweise eine Trackback-Funktion integriert, die es ermöglicht, im Kommentar eines Blog-Beitrages mit einem Link auf das eigene Blog zu verweisen.

Beliebt sind solche Cross-Links u. a. bei Reiseblogs – hier haben z. B. Reiseveranstalter die Möglichkeit, in einem Gegenseitigkeitsabkommen einen Link bei einem Blog-Betreiber zu platzieren. Der Reiseveranstalter integriert im Gegenzug wiederum einen Backlink zum Reiseblog.

So entstehen bidirektionale Backlinks, die für beide Seiten zusätzlichen Traffic und einen thematischen Mehrwert schaffen. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweiligen Links tatsächlich zum Inhalt passen und nicht ausschließlich mit dem Ziel gesetzt werden, Suchmaschinenrankings zu beeinflussen.

 

Cross Linking = Gegenseitiges Verlinken
Cross Linking = Gegenseitiges Verlinken Bild: Pixabay – geralt

 

Weniger Cross Linking ist oft mehr

Cross-Linking ist in der Suchmaschinenoptimierung eine relativ häufig eingesetzte Maßnahme. Durch eine inhaltlich relevante Querverlinkung lassen sich die Bekanntheit einer Website, der Referral-Traffic und unter bestimmten Voraussetzungen auch SEO-relevante Signale unterstützen. Wird das Cross-Linking von zwei Partnern im Web allerdings zu exzessiv betrieben, kann der gewünschte Erfolg schnell ins Gegenteil umschlagen.

Google bezeichnet einen exzessiven Linktausch ausdrücklich als Link-Spam. Gleiches gilt für Partnerseiten, die ausschließlich zum Zweck der gegenseitigen Verlinkung angelegt werden. Entscheidend ist deshalb nicht, ob zwei Websites sich gegenseitig verlinken, sondern in welchem Umfang und mit welchem Zweck dies geschieht.

Ein gelegentlicher gegenseitiger Link zwischen zwei thematisch passenden Websites ist deshalb etwas völlig anderes als ein umfangreiches Netzwerk aus Websites, die sich systematisch gegenseitig verlinken.

Im intern berechneten PageRank werden Links grundsätzlich als Bestandteil der Linkstruktur einer Website berücksichtigt. PageRank ist allerdings nur ein Bestandteil der zahlreichen Systeme, die Google für die Suche verwendet. Die frühere Vorstellung, dass man durch einige Crosslinks mit besonders starken Domains automatisch einen bestimmten Rankingvorteil erhält, greift deshalb zu kurz.

Natürlich ist es nicht immer leicht, hochwertige Linkpartner zu finden – und dennoch gibt es Möglichkeiten.

So hatte z. B. ein Onlineshop-Startup innerhalb seines Angebotes einen Weblog mit hochwertigen und themenrelevanten Beiträgen etabliert. Ein professioneller Autor schrieb dazu einen Blogbeitrag, der in einem passenden Wikipedia-Eintrag unter „Einzelnachweise“ verlinkt wurde. Geschäftspartner des Onlineshop-Betreibers haben wiederum Links auf den betreffenden Wikipedia-Eintrag geschaltet. Binnen kürzester Zeit ist der Onlineshop im Google-Ranking nach oben geschnellt und blieb dort viele Monate.

Das Beispiel zeigt insbesondere, dass gute Inhalte und ein kreativer Aufbau von thematischen Verbindungen wesentlich interessanter sind als der reine Austausch von Links.

Beim Cross-Linking sollte deshalb nicht nur die Frage gestellt werden:

„Wo bekomme ich einen weiteren Backlink?“

Viel interessanter ist:

„Welche sinnvolle Verbindung besteht zwischen den beiden Websites und welchen Mehrwert hat der Link für den Besucher?“

Bei allen ausgeklügelten Cross-Linking-Konzepten sollte jedoch eines nicht vergessen werden: der Content.

Wenn ein Surfer im Web auf einen Link klickt, erwartet er zu Recht weitere Informationen zu seinem gesuchten Thema. Findet er dann jedoch nur eine wenig aussagekräftige SEO-Landingpage vor, wird sich der User schnell wieder abwenden.

Genau hier liegt aus meiner Erfahrung einer der größten Fehler beim Linkaufbau: Der Backlink wird zum eigentlichen Ziel erklärt, während die verlinkte Seite kaum einen Mehrwert bietet. Das sollte genau umgekehrt sein. Der Inhalt muss überzeugen, der Backlink ist im Idealfall das Ergebnis.

Eine lange Verweildauer auf einer Seite sollte nicht als direkter Google-Rankingfaktor verstanden werden. Google verwendet zahlreiche Signale und Systeme zur Bewertung von Suchergebnissen; eine bestimmte Mindestverweildauer, ab der eine Seite „besser rankt“, gibt es nicht. Ein guter Inhalt sorgt trotzdem häufig dafür, dass Besucher länger auf einer Website bleiben, weitere Seiten aufrufen oder eine Anfrage stellen. Aus Sicht des Online-Marketings ist das wesentlich interessanter als eine isolierte SEO-Kennzahl.

Internes Cross-Linking

Durch hochwertige Linkverweise mit einer bewussten Auswahl von Linkpartnern bietet das Cross-Linking ein nicht zu unterschätzendes SEO-Potenzial.

Jedoch sollte man dem Cross-Linking innerhalb des eigenen Online-Angebotes eine nicht mindere Bedeutung beimessen. Im Gegensatz zum externen Cross-Linking besteht beim internen Cross-Linking kein Linktausch zwischen verschiedenen Domains. Stattdessen werden thematisch passende Inhalte innerhalb der eigenen Website miteinander verknüpft.

Dies geschieht in vielen Webshops durch bekannte Funktionen wie „Andere Besucher haben sich auch folgende Artikel angesehen“ oder „Ebenfalls interessante Artikel“.

Auf diese Weise schafft man eine Verbindung zwischen verschiedenen Themenbereichen und Warenkategorien. So kann ein Onlineshopper z. B. innerhalb des Genres „Auto-Zubehör“ zu speziellen Artikeln einer Pkw-Marke oder im Musik-Onlinehandel zu Titeln ähnlicher Künstler geführt und ggf. zu weiteren Käufen angeregt werden.

Gleichzeitig schafft diese Form des internen Cross-Linkings ein serviceorientiertes Verfahren, das zu einer besseren Orientierung auf der Website und zu einer weiteren Kundenbindung beiträgt.

Aus SEO-Sicht erfüllt eine gute interne Verlinkung darüber hinaus mehrere wichtige Aufgaben:

  • Sie erleichtert Besuchern die Navigation innerhalb der Website.
  • Sie hilft Suchmaschinen dabei, weitere relevante Seiten zu entdecken.
  • Sie stellt thematische Beziehungen zwischen verschiedenen Inhalten her.
  • Sie unterstützt die Verteilung von internen Links und damit auch von Signalen innerhalb der Website.
  • Sie macht wichtige Inhalte besser erreichbar.

Besonders bei umfangreichen Websites und Onlineshops ist eine durchdachte Linkstruktur deshalb sehr wichtig.

Auch beim internen Cross-Linking gilt jedoch: Nicht möglichst viele Links sind das Ziel, sondern die richtigen Links an der richtigen Stelle. Ein Link sollte für den Besucher einen nachvollziehbaren Grund haben.

Ein gutes Beispiel ist ein Fachartikel, der an einer passenden Stelle auf einen weiterführenden Glossarbeitrag verweist. Ebenso sinnvoll ist die Verlinkung eines Produktes mit einem passenden Ratgeber oder die Verbindung verwandter Kategorien innerhalb eines Onlineshops. Bei der Auswahl des Ankertextes sollte der Inhalt des Linkziels möglichst klar erkennbar sein. Aussagen wie „hier klicken“ sind deshalb in vielen Fällen weniger hilfreich als ein konkreter, beschreibender Linktext.

Gerade bei größeren Websites lohnt es sich außerdem, die interne Verlinkung regelmäßig zu überprüfen. Nach einem Relaunch, einer Änderung der URL-Struktur oder dem Löschen von Inhalten entstehen schnell Links, die auf nicht mehr vorhandene Seiten zeigen.

Cross Linking und SEO

Cross Linking sollte heute nicht mehr als einfache Methode verstanden werden, mit der sich durch gegenseitige Verlinkungen automatisch bessere Rankings erzeugen lassen. Ein thematisch passender Link zwischen zwei hochwertigen Websites erfüllt zunächst eine ganz normale Funktion des Internets: Er verbindet relevante Inhalte miteinander. Problematisch wird Cross Linking dann, wenn der eigentliche Zweck ausschließlich darin besteht, Suchmaschinenrankings zu manipulieren. Google führt exzessiven Linktausch und Partnerseiten, die ausschließlich zum Zweck des gegenseitigen Cross-Linkings erstellt werden, ausdrücklich unter Link-Spam auf. Ein sinnvolles Cross-Linking-Konzept sieht deshalb anders aus. Aus meiner Erfahrung funktionieren Kooperationen besonders gut, wenn beide Seiten unabhängig voneinander einen echten Grund für die Verlinkung haben. Noch interessanter wird es, wenn aus einer solchen Zusammenarbeit zusätzlich Content, Reichweite oder Referral-Traffic entsteht.

Damit unterscheidet sich hochwertiges Cross-Linking deutlich von einem klassischen Linktausch nach dem Motto:

„Ich setze einen Link auf deine Website, wenn du dafür einen Link auf meine Website setzt.“

Je stärker dieser reine Tauschgedanke im Vordergrund steht und je umfangreicher ein solches System betrieben wird, desto näher kommt man an den von Google beschriebenen Link-Spam.

 

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