Backlinks sind das digitale Gegenstück zu Empfehlungen. Dieses Prinzip spielt seit jeher eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Webseiten durch Suchmaschinen.
Wenn ein Webmaster eine Website verlinkt, macht er seine Besucher auf eine andere Website oder einen weiterführenden Inhalt aufmerksam. Vereinfacht gesagt: Die verlinkende Website hält den Inhalt offenbar für relevant oder interessant genug, um darauf hinzuweisen.
Wie im echten Leben sind jedoch nicht alle Empfehlungen gleich viel wert. Es kommt auch darauf an, wer die Empfehlung ausspricht und in welchem Zusammenhang sie erfolgt. Rät ein erfahrener Automechaniker zum Kauf einer bestimmten Automarke, ist seine Empfehlung in der Regel aussagekräftiger als die eines Besitzers eines Zeitungskiosks.
Ebenso kann eine Empfehlung ihren Wert verlieren, wenn sie aus einem fragwürdigen Umfeld stammt. Genau hier kommt der Begriff Bad Neighbourhood ins Spiel.
In der SEO Szene bezeichnet man als Bad Neighbourhood – also die „schlechte Nachbarschaft“ – ein Umfeld aus minderwertigen, spamartigen oder manipulativen Websites und Verlinkungen.
Links von solchen Websites sind für einen professionellen Backlink-Aufbau in der Regel uninteressant. Im schlimmsten Fall können sie Teil eines manipulativen Linknetzwerks oder anderer Spam-Strukturen sein.
Hochwertige, relevante und redaktionell sinnvolle Backlinks sind dagegen wesentlich interessanter – sowohl für Besucher als auch im Rahmen einer nachhaltigen OffPage-SEO-Strategie.
Es geht dabei vereinfacht gesagt um die Qualität und Vertrauenswürdigkeit des gesamten Umfelds, in dem sich eine Website und ihre Verlinkungen bewegen.

Was sind minderwertige Websites bzw. Bad Neighbourhood?
Eine Bad Neighbourhood besteht aus Websites oder Linkquellen, die deutliche Qualitäts- oder Spam-Signale aufweisen.
Dazu gehören beispielsweise Websites, die überwiegend mit dem Ziel erstellt wurden, Suchmaschinen zu manipulieren, Links zu verkaufen oder künstliche Rankingsignale aufzubauen.
Google nennt unter anderem folgende Praktiken als problematisch:
- Kauf und Verkauf von Links zur Manipulation von Rankings
- exzessiver Linktausch
- automatisiert erzeugte Links
- minderwertige Web- und Artikelverzeichnisse
- versteckte oder überoptimierte Links
- massenhaft verbreitete Footer- und Template-Links
- Forumskommentare mit keywordoptimierten Links
- minderwertige Inhalte, die primär zur Manipulation von Link- und Rankingsignalen erstellt wurden
Solche Methoden fallen unter Googles Spamrichtlinien und können dazu führen, dass betroffene Inhalte schlechter ranken oder vollständig aus den Suchergebnissen entfernt werden.
Auch unabhängig von einer direkten Google-Maßnahme erkenne ich in der Praxis viele Websites sehr schnell als schlechte Linkquellen.
Typische Warnsignale sind beispielsweise:
- sehr viele ausgehende, offensichtlich gekaufte Links,
- kaum eigene oder hochwertige Inhalte,
- automatisch erzeugte oder stark kopierte Texte,
- thematisch völlig zusammenhanglose Beiträge,
- auffällige Keyword-Optimierung,
- eine Website, die offensichtlich nur für SEO- und Linkzwecke betrieben wird,
- unnatürlich wirkende Linkmuster,
- massenhaft veröffentlichte Gastartikel ohne erkennbaren redaktionellen Anspruch.
Eine einzelne Auffälligkeit macht eine Website allerdings noch nicht automatisch zu einer schlechten Nachbarschaft. Entscheidend ist immer das Gesamtbild.
Content-Qualität
Ein besonders wichtiges Kriterium ist die Qualität der veröffentlichten Inhalte.
Minderwertige Websites bestehen häufig aus dünnen Texten ohne echten Mehrwert, automatisch erzeugten Inhalten, kopierten Beiträgen oder Artikeln, die ausschließlich für Suchmaschinen erstellt wurden.
Google geht gezielt gegen Inhalte vor, die primär zur Ranking-Manipulation dienen und Nutzern keinen echten Mehrwert bieten. Solche Websites gab es zwar schon vor dem Aufkommen von KI-Tools zur Genüge, doch die neuen Sprachmodelle (LLMs) haben das Problem durch die schnelle und einfache Textgenerierung massiv verschärft.
Gerade beim Aufbau von Backlinks prüfe ich deshalb immer zuerst die Website selbst. Eine wichtige Frage die man sich stellen sollte
Würde ich diese Website auch dann noch als seriöse und interessante Quelle betrachten, wenn SEO und Backlinks überhaupt keine Rolle spielen würden?
Diese Frage beantwortet häufig bereits einen großen Teil der Bewertung.
Manipulative Linkstrukturen
Ein weiteres deutliches Warnsignal sind offensichtlich manipulative Linkstrukturen.
Dazu gehören beispielsweise Websites, auf denen nahezu jeder Artikel mehrere kommerzielle Links zu völlig unterschiedlichen Themen enthält oder auf denen regelmäßig Beiträge ausschließlich zum Zweck der Platzierung von Backlinks veröffentlicht werden.
Auch exzessiver Linktausch und automatisierter Linkaufbau gehören laut Google zu den Formen von Link-Spam. Eine hochwertige Website verlinkt selbstverständlich ebenfalls auf externe Quellen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, warum und wie diese Links gesetzt werden.
Kauflinks und Linkverkauf
Der Kauf und Verkauf von Links ist nicht grundsätzlich verboten. Google unterscheidet klar zwischen Werbung bzw. Sponsoring und Links, die zur Manipulation von Rankings eingesetzt werden.
Bezahlte oder gesponserte Links sollten entsprechend gekennzeichnet werden, beispielsweise mit rel="sponsored" oder rel="nofollow", wenn sie keine Ranking-Signale weitergeben sollen.
Problematisch wird es insbesondere dann, wenn eine Website offensichtlich hauptsächlich dazu dient, dofollow Backlinks gegen Bezahlung zu verkaufen und dadurch Rankings zu manipulieren.
Aus meiner Erfahrung erkennt man solche Websites häufig relativ schnell: Die Inhalte sind thematisch bunt zusammengewürfelt, die Artikel enthalten zahlreiche kommerzielle Links und ein klarer redaktioneller Anspruch ist kaum vorhanden.
Mangelnde Sicherheit und gehackte Websites
Auch gehackte Websites gehören nicht in ein hochwertiges Linkumfeld. Wurde eine Website kompromittiert und beispielsweise mit Spam-Inhalten oder manipulierten Links versehen, kann dies sowohl für Besucher als auch für Suchmaschinen problematisch sein. Google behandelt gehackte und schädliche Inhalte als ernstes Qualitäts- und Sicherheitsproblem.
Bad Neighbourhood vermeiden
Eine nachhaltige OffPage-SEO Strategie beschränkt sich nicht darauf, möglichst viele Backlinks zu sammeln.
Die Qualität der Linkquellen spielt eine entscheidende Rolle.
Deshalb prüfe ich potenzielle Backlinkquellen vor dem Aufbau eines Links möglichst genau.
Besonders wichtig sind für mich:
- die Qualität und Aktualität der Inhalte,
- die thematische Relevanz,
- der allgemeine Eindruck der Website,
- die organische Sichtbarkeit,
- das Verhältnis und die Qualität der ausgehenden Links,
- die Linknachbarschaft,
- mögliche Spam-Signale,
- die Entwicklung der Website und
- der konkrete Kontext, in dem der Backlink gesetzt wird.
Eine einzelne SEO-Kennzahl reicht für eine professionelle Bewertung nicht aus.
Weder ein hoher Domain Rating noch ein hoher Trust Flow garantieren automatisch eine hochwertige Linkquelle. Diese Werte stammen von Drittanbieter-Tools und sind keine offiziellen Google-Metriken.
Maßnahmen gegen Bad Neighbourhood
Linkprüfung/Backlink-Check: Vor dem Aufbau eines Backlinks sollte die potenzielle Linkquelle genau geprüft werden. Dazu gehören sowohl die Website selbst als auch deren Inhalte und ausgehende Verlinkungen.
SEO-Tools können dabei helfen, auffällige Linkmuster und die Entwicklung einer Domain zu analysieren. Eine manuelle Prüfung bleibt aus meiner Sicht trotzdem unverzichtbar.
Linkentfernung: Besteht die Möglichkeit, einen eindeutig minderwertigen oder problematischen Link entfernen zu lassen, kann der Websitebetreiber der verlinkenden Seite kontaktiert werden.
Google Disavow: Das Disavow-Tool ist kein Werkzeug für die regelmäßige Bereinigung jedes einzelnen schlechten Backlinks.
Google empfiehlt das Tool vor allem dann, wenn eine größere Anzahl manipulativer, künstlicher oder minderwertiger Links vorhanden ist und dadurch ein erhebliches Risiko einer manuellen Maßnahme besteht bzw. eine solche Maßnahme bereits vorliegt.
Bei normalen Spam-Links, die ohne eigenes Zutun entstehen, ist ein Disavow in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Aus meiner Erfahrung ist deshalb eine sorgfältige Prüfung wesentlich sinnvoller als jede auffällige Domain sofort in eine Disavow-Datei aufzunehmen.
Konsequenzen von Bad Neighbourhood
Eine schlechte Linknachbarschaft sollte nicht ignoriert werden.
Werden Backlinks gezielt über Spam-Websites, Linknetzwerke oder andere manipulative Strukturen aufgebaut, können diese Links von Google entwertet werden oder – bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Spamrichtlinien – weitere Konsequenzen nach sich ziehen.
Gleichzeitig sollte man nicht den Fehler machen, jeden schlechten oder unerwünschten Backlink als unmittelbare Bedrohung zu betrachten.
Das Internet ist nicht vollständig kontrollierbar. Gerade größere Websites erhalten regelmäßig Links von unterschiedlichsten Quellen, ohne dass der Websitebetreiber darauf Einfluss hat.
Entscheidend ist deshalb vor allem, welche Links aktiv aufgebaut werden und wie das eigene Backlinkprofil insgesamt aussieht.
Bei einem professionellen Backlink-Aufbau steht deshalb nicht die maximale Anzahl an Links im Vordergrund, sondern die Qualität der einzelnen Linkquellen.
Video zum Thema Bad Neighbourhood
Wenn du gerade am Anfang deiner Backlink-Aufbau Karriere stehst, findest Du hier eine wertvolle Sammlung an erlesenen Quellen für kostenlose Backlinks – ohne Bad Neighbourhood. 🙂
Wenn du bereits Erfahrungen im Bereich Linkbuilding hast, bekommst du hier ein relativ einfach umsetzbares Konzept für den Aufbau von richtig starken EDU Backlinks mit Powertrust.
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